Die Architektur

Im House of One werden drei separate Gebetsräume - Synagoge, Kirche und Moschee - verbunden durch einen zentralen Raum der Begegnung, den Kuppelsaal. Das Haus ermöglicht es gleichermaßen, sich zurückzuziehen und in der je eigenen Tradition zu beten wie einander zu begegnen, von einander zu lernen und das Verbindende zu suchen. 

Das House of One:

Aus den Fundamenten der alten Petrikirchen wird ein Sakralgebäude der drei monotheistischen Religionen wachsen.

Im Untergeschoss birgt eine acht Meter hohe Halle die archäologischen Funde der ehemaligen Petrikirchen.

Rohbau und Erdgeschoss:

Das Haus gründet in der archäologischen Zone, die von außen von der Arkade aus über große Fenster einsehbar sein wird.
Der archäologische Bereich im Untergeschoss markiert greifbar die Vergangenheit der Stadt und symbolisiert damit auch die Geschichte der Religionen in Berlin. Von beidem soll hier in Ausstellungssegmenten erzählt werden. Auf der Höhe des Erdgeschosses finden sich der Haupteingang und das Eingangsfoyer.

Synagoge:

Die drei separaten Sakralräume sind um den Kuppelsaal herum angeordnet.
Eine Synagoge, von der Wortbedeutung her ein Versammlungsort (Beth ha Knesset), ist ein Raum für das Gebet und für die Feiern des Lebenskreises des Einzelnen in der Gemeinschaft, dazu ein Haus des Lernens (Beth ha Midrasch). Besonders nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 dient die Synagoge in Ausrichtung nach Jerusalem als Alternative zum Tempel.

Kirche:

Die Kirche ist der zentrale Raum des Gottesdienstes der christlichen Gemeinde. Mit Wort und Musik, dankend und bittend, sucht die Gemeinde die Gemeinschaft Gottes und feiert die individuellen und gemeinschaftlichen Feste der Kirche. Als „Schule des Glaubens“ dient der Kirchenraum darüber hinaus auch der Lehre über die Inhalte des Glaubens.

Moschee:

Die Moschee ist der Rückzugsort der Muslime für ein tiefes Nachsinnen. Als Masdschid ist sie der zur Kaaba in Mekka ausgerichtete Ort für das gemeinschaftliche islamische Gebet, vor allem an Frei- und Festtagen. Als Madrasa ist sie zugleich der Ort für das gemeinschaftliche Lernen und Diskutieren.

Kuppelsaal:

Der Kuppelsaal ist der größte Raum des Gebäudes. Er fungiert als Raum der Begegnung – als zentraler ‚Zwischen-Raum’ des Dialogs der Religionen, aber auch als Ort des gleichberechtigten Austauschs mit der säkularen Gesellschaft. Die Religionen selbst, aber auch Kunst, Kultur und Wissenschaft werden hier zu ‚Kuratoren’ dieses Ortes.

Stadtloggia:

Über dem Zentralraum öffnet sich das House of One mit einer Loggia zur Stadt hin und erlaubt in 32 Metern Höhe Ausblicke auf das Zentrum Berlins.

Der Architekturwettbewerb

Als zeitgemäßer Ausdruck religiösen Lebens erfordert das House of One eine zeitgenössische Architektursprache. Dem Architekturwettbewerb kam demnach eine herausragende Bedeutung zu. Die Herausforderung des Wettbewerbs bestand darin, einen neuen Bautyp für das bisher noch nirgends Versuchte zu entwickeln. Hierfür wurden 2012 weltweit Architekten eingeladen, im Rahmen des Wettbewerbs Ideen einzureichen.

03.06.2014

Bildmaterial zur Architektur des House of One / Architecture

Außenansichten und Entwürfe der Architektur des House of One. © KuehnMalvezzi

zip, 23.12 MB
02.06.2014

Ausschreibungstext des Architekturwettbewerbs 2012

Der komplette Ausschreibungstext für den nicht offenen, einphasigen Architekturwettbewerb für das Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin.

pdf, 2.64 MB

Das Buch zum House of One

„Das Haus der drei Religionen.
Bet- und Lehrhaus Berlin – Entwürfe für einen Sakralbau von morgen“
von Gregor Hohberg und Roland Stolte 

- Dokumentation der im Architekturwettbewerb eingereichten Entwürfe -

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