Montag, 18. September 2017

16 Wochen Reformationssommer im House-of-One-Pavillon – Die Weltausstellung Reformation in Wittenberg ist zu Ende

Zum 500. Reformationsjubiläum war die Stadt Wittenberg einen Sommer lang Schauplatz der groß angelegten Open-Air-Ausstellung „Weltausstellung Reformation“, die am 10. September zu Ende ging. In den Wallanlagen um die Altstadt widmete sich die Ausstellung in sieben „Toren der Freiheit“ unterschiedlichen Perspektiven auf die Reformation. Als besonders beliebter Anlaufpunkt der geschätzt rund einer halben Million Wittenberg-Besucher erwies sich der Pavillon des House of One.

Die große Vision des House of One, die drei monotheistischen Religionen in einem gemeinsamen Haus zu versammeln, wurde in den vergangenen Wochen in etwas kleinerem Rahmen geprobt. Im Torraum „Religion & Ökumene“ der Weltausstellung Reformation präsentierten wir die Projektidee in einem eigens gebauten Pavillon, der allen Besuchern rund um die Uhr offenstand. Die Architekten Kuehn Malvezzi, die das Gebäude für das House of One entworfen haben, konzipierten dafür den zukünftigen zentralen Begegnungsraum als Holzkonstruktion im Maßstab 1:1. Um den überdachten Pavillon gruppierten sich die drei Sakralräume des House of One als Gärten unter freiem Himmel.

Der Pavillon diente nicht nur als Informationszentrum, sondern lud zum Austausch, zur Diskussion und zum Feiern ein. Am Eröffnungstag besuchten uns Bundespräsident Steinmeier und Bundesinnenminister de Maizière und hinterließen, wie viele andere Besucher aus aller Welt in den kommenden Wochen, ihre Wünsche für das Projekt auf Postkarten. Ein Besucher ist sich sicher: „Das ist die richtige Idee zur richtigen Zeit. Sie wird sicher gelingen.“ Andere schrieben: „Ich wünsche mir, dass das House of One vorurteilsfrei wird. Mit einem Fundament aus Liebe und Vertrauen. Mit Wänden aus Respekt, durch die Offenheit geht. Mit Wegen aus Freundschaft. Und Bewohnern, die nicht durch Engstirnigkeit und Angst, sondern durch schlagende Herzen und mutige Ideen leben.“

Was könnte besser in die Welt ausstrahlen als gemeinsame Wünsche und Rituale, gemeinsames Singen, Tanzen, Essen, Feiern, Gedenken und Beten? In diesem Geiste haben wir mit der Unterstützung vieler Freiwilliger und des Vereins Reformationsjubiläum 2017 große Feste aus Christentum, Islam und Judentum in unserem Pavillon gefeiert. Alle Teilnehmer konnten während der Feiern Wünsche für Frieden, Toleranz und Freiheit aufschreiben, die dann in leuchtenden „Wunschwolken“ aufgehängt wurden und ihr Licht über die Wittenberger Gehwege erstrahlen ließen. 

Auf das christliche Pfingstfest folgten das muslimische Fest des Fastenbrechens zum Ende des Fastenmonats Ramadan und schließlich ein jüdisches Kabbalat-Shabbat-Fest. Bis zu 150 Menschen verschiedener Religionen und Interessierte durften wir zu den einzelnen Veranstaltungen begrüßen.

Noch etwas länger, bis in den November, sind in Wittenberg verschiedene Sonderausstellungen zu sehen, deren Besuch sich ebenfalls lohnt. In der Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen" im Augusteum stellt Pfarrer Gregor Hohberg als einer der 95 Menschen das House of One mit dem originalen Modell aus dem internationalen Architekturwettbewerb vor.

Mehr: www.r2017.org · www.3xhammer.de

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