Montag, 1. April 2019

Arabisch - Türöffner zur muslimischen Kultur

Sprache ist ein wichtiger Zugang, nicht nur zu anderen Menschen und Kulturen, sondern auch zur Religion. Das gilt für Gläubige genau so wie für andere von außen interessiert Herantretende, gleich ob es darum geht, die Gläubigen oder Gott zu verstehen: Wir nutzen die Sprache, lesen heilige Schriften, hören Predigten, beteiligen uns an theologischen Diskursen.

In den verschiedenen Zivilisationen entstanden Sprachweisen („Sprachspiele“), denen die besondere Funktion zukam, in ihnen mit Gott zu kommunizieren. Häufig ergab sich das aus dem Glauben, dass Gott selbst sich in dieser spezifischen Sprache den Menschen offenbart habe. Für den Islam ist das die arabische Sprache. 

 

Zugang zur islamischen Begriffswelt

 

Als Teil seines allgemeinen Dialogauftrages integrierte das House of One mit diesem Schuljahr daher die Vermittlung der arabischen Sprache an Schulen in sein Bildungsprogramm. Es soll dabei nicht nur reine Sprachkompetenz gelehrt, sondern auch Kindern und Jugendlichen - mit unterschiedlichen eigenen, auch religiösen Hintergründen - ein Zugang zu muslimischen Kulturen und der islamischen Begriffswelt eröffnet werden.

Für jeden Arabischunterricht wird auf die spezifischen Anforderungen der Schulen sowie der Schüler- und Lehrerschaft eingegangen. Bisher wurde ein Arabischkurs mit diesem Konzept an der Evangelischen Schule Berlin Mitte (ESBM) entwickelt, der wöchentlich stattfindet. Sechs Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe nehmen daran teil. Eine Schülerin ist arabische Muttersprachlerin, erhielt bislang jedoch kaum Unterricht in klassischem Hocharabisch oder im Lesen und Schreiben der Sprache.

Nach wenigen Wochen Unterricht kennen die Schüler bereits das Alphabet und können erste einfach Worte lesen und einfache Sätze bilden. Die Motivation der Kinder und das Interesse an der Sprache ist hoch. Mit vielfältigen Materialien wie Vokabelkarten mit Bildern oder Kinderbücher sowie Exkursen in kulturelle Themen versuchen die Lehrer den Interessen der Kinder entgegenzukommen. 

Die beiden für das House of One tätigen Arabischlehrer werden im Rahmen der übrigen Bidlungsarbeit über Zuwendungen der Qatar Foundation International finanziert.
 

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