Samstag, 27. April 2019

Friedensgebet für Sri Lanka

Friede sei mit Dir. Shalom. Salam.

 

Im Gedenken an die Menschen, die Sri Lanka durch die Bombenattentate starben, sind in Berlin Juden, Muslime, Buddhisten, Christen und viele andere in der Marienkirche zu einem gemeinsamen Friedensgebet zusammengekommen. Gemeinsam mit Ahamed Razee, dem stellvertretenden Botschafter der Republik Sri Lanka, haben die Geistlichen in ihrer je eigenen Traditionen gebetet und anschließend die Namen von Kindern, Frauen und Männern verlesen, die am Montag ermordet wurden. Alleine 45 Kinder starben laut Unicef am Ostersonntag. 

 

Liebe ist stärker als jeder Hass. Das ist unsere Botschaft. 

 

Der Ostersonntag ist der höchste Feiertag im religiösen Kalender der Christen, ein Fest des Friedens. In der ganzen Welt hatten sich auch in diesem Jahr wieder Gläubige in den Kirchen versammelt, um des Todes und der Auferstehung Jesu zu gedenken. Die Selbstmordattentäter, die an diesem Tag in Kirchen und Hotels in Colombo gingen, sollen vermutlich Muslime gewesen sein. „Dabei ist Jesus im Islam ein sehr wichtiger Prophet, der mit seiner Botschaft der Liebe für Versöhnung und die Fähigkeit zu verzeihen steht“, sagt Imam Kadir Sanci, Mitglied des Präsidiums des House of One. „Umso furchtbarer ist es, dass ausgerechnet am Ostersonntag, diesem Tag der Liebe, ein so gräßlicher Akt der Gewalt gegen friedliche, wehrlose Menschen ausgeübt wurde.“ Um dieser in Unwissenheit und Vorurteilen wurzelnden Gewalt zu begegnen, bräuchte es auf jedem Kontinent, in jedem Land, in jeder Stadt Orte, an denen Menschen gleich welcher Religion oder Weltanschauung zusammenkommen, sich begegnen, sich austauschen. „Das ist auch das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit im House of One. Nur nur so können wir diesem irrationalen Hass begegnen.“

 

„Sri Lanka mag weit entfernt sein, dieses Attentat ist dennoch ein Angriff auf uns alle“, sagt Pfarrerin Corinna Zisselsberger von der interreligiösen Stiftung House of One in Berlin. Im neuseeländischen Christchurch waren betende Muslime das Ziel, im
US-amerikanischen Pittsburg im vergangenen Oktober betende Juden. „Wir leben alle auf dieser einen Erde. Umso wichtiger ist es, dass wir uns in Liebe und Frieden miteinander verbinden und verbünden – über alle Unterschiede hinweg."

 

Rabbiner Andreas Nachama stellte fest, dass es im Gegensatz zu Antisemitismus oder Islamophobie kein Wort für den Hass auf Christen gibt. "Wir verschließen unsere Augen vor einem Phänomen, das weltweit zu konstatieren ist", sagt der jüdische Geistliche. Ob koptische Kirche in Ägypten brennen, Blasphemieparagraphen in Pakistan das Leben bedrohen oder in Somalia Gläubige gezielt von den Milizen verfolgt werden - die Christen stehen nicht nur in den muslimischen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens unter teils hohem Druck. "Für diese Verfolgungen haben wir kein Wort", sagt Nachama und mit Blick auf Sri Lanka: "Im Moment bleibt uns nur die Trauer und weiter gemeinsam in gegenseitigem Respekt gegen solche Gewalt aufzutreten."

 

An dem Gebet haben außer den oben zitierten teilgenommen:

  • Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (EKBO)
  • Monsignore Dr. Hansjörg Günther
  • Reverend Christopher Jage-Bowler
  • Imam Kadir Sanci
  • Imam Osman Örs

 

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