Dienstag, 18. April 2017

Gläubige aus unterschiedlichen Religionen feiern Gottesdienst mit Fußwaschung in multireligiöser Gastfreundschaft

Im Rahmen eines Gottesdienstes in multireligiöser Gastfreundschaft wurde am vergangenen Donnerstag in der St. Marienkirche Berlin eine Fußwaschung mit Vertretern aus unterschiedlichen Religionen gefeiert. Neben anglikanischen, katholischen und protestantischen Christen haben auch jüdische und muslimische Gläubige sowie Buddhisten und Hindus an dem Gottesdienst teilgenommen.

Als religiöses Ritual hat sich die Fußwaschung in vielen christlichen Kirchen über die Jahrhunderte gehalten. In der anglikanischen und katholischen Tradition wird dieses Ritual immer am Gründonnerstag praktiziert. So pflegt auch der Papst an diesem Tag Menschen die Füße zu waschen.

Doch die Fußwaschung ist nicht religiosspezifisch betrachtet zunächst einmal keine Geste der Macht, Erniedrigung und Demütigung, sondern eine Geste, die Gastfreundschaft zum Ausdruck bringt. In einer Welt, die weder geschlossene Lederschuhe zum Binden noch täglich zu wechselnde Socken noch asphaltierte Straßen kannte, war die Fußwaschung ein selbstverständliches Ritual für Reisende oder für Heimkehrer, bevor sie das Haus oder die Wohnung betraten. Man wollte sich den Staub von den Füßen schütteln, die staubigen Überreste der Wanderung abwaschen und so an Händen UND Füßen gereinigt zur gemeinsamen Mahlzeit erscheinen.

Die Kirche nannte diese Fußwaschung immer das „Mandatum“, also das „Gebot“, weil sich hier ausdrückt, was Jesus als sein Gebot aufgetragen hatte: liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Dient einander. Der erste soll euer Diener sein. Und dieser Dienst ist nicht symbolisch, er ist real und hat mit sich Bücken und Waschen zu tun. In der Geste drückt sich nicht ein historisches Geschehen aus, sondern ein Gebot für heute.

Weitere News & Events

Donnerstag, 25. Mai 2017 -
22:00 bis 23:00

Interreligiöses Nachtgebet im Rahmen des Kirchentages

Im Rahmen des Deutschen Evanglischen Kirchentages feiern wir in der St. Marienkirche ein interreligiöses Nachtgebet mit Imam Kadir Sanci, Rabbiner Dr. Andreas Nachama, Rev. Christop Jage Bowler, Pfarrer Gregor Hohberg, Vikarin Birgitte Koppehl u.a. Die Andacht wird begleitet von dem liturgischen Chor der St. Marienkirche unter der Leitung von Marie-Louise Schneider u.a.m.

St. Marienkirche
Donnerstag, 25. Mai 2017 -
18:00 bis 21:00

House of One auf der Langen Nacht der Religionen

Wir freuen uns, zur Langen Nacht der Religionen in diesem Jahr wieder in der Zeit von 18 - 21 Uhr die Besucherinnen und Besucher begrüßen zu können. In den Räumen des House of One in der Friedrichsgracht 53, 10178 Berlin werden wir über das Projekt an sich und die aktuellen Entwicklungen informieren. Dazu stehen Mitarbeiter des House of One zur Verfügung.
Neben Schautafeln und Grafiken zum geplanten Bau sind u.a. die Modelle aus dem Architekturwettbewerb zu betrachten.

Darüberhinaus werden in regelmässigen Abständen Präsentationen des Projektes vorgeführt.

House of One