Donnerstag, 27. Mai 2021

Grundstein für das House of One gelegt

© House of One/René Arnold
© House of One/René Arnold
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© House of One/René Arnold
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© House of One/René Arnold
© House of One/René Arnold
© House of One/René Arnold

In Berlin legen Rabbiner, Pfarrer und Imam den Grundstein für das House of One / Bundestagspräsident Schäuble lobt das außergewöhnliche Projekt.

 

Menschen jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens haben am Donnerstag (27.05.21) in Berlin den Grundstein für das interreligiöse Friedenssymbol House of One gelegt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich anerkennend und bezeichnete das House of One in seinem Grußwort als außergewöhnlich, weil es von Anfang an von Vertretern der drei Religionen zusammen geplant wurde und nannte es einen "Ort der Toleranz und Offenheit". Gläubige Menschen und andere sollen sich in gegenseitigem Respekt begegnen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte seinerseits das House of One ein Projekt "mit großen Chancen für unsere Gemeinschaft". Es solle ein "Ort gelebter Vielfalt und belebender Debatten" werden.

 

 

Zu den Anwesenden zählten neben Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci, die im House of One die drei abrahamitischen Religionen repräsentieren, auch Wegbegleiter der ersten Stunde. "Es hat Beispielcharakter, gerade in unserer Zeit aufgehitzter Gemüter, dass alle unter einem Dach zusammenfinden", sagte der Rabbiner Walter Homolka, Mitinitiator des Projekts und Rektor des Abraham Geiger Kollegs.

Ähnlich äußerte sich auch Mitgründer Ercan Karakoyun von der Stiftung Bildung und Dialog: "Es ist einzigartig, weil es die drei monotheistischen Religionen zusammenbringt, und wahrhaftig, weil hier jeder sein kann wie er ist und sich nicht verstellen muss." Und Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz (EKBO) nannte das House of One ein Projekt, das "nötiger denn je" sei.

Seit über zehn Jahren arbeiten Pfarrer Hohberg, Rabbiner Nachama und Imam Sanci gemeinsam am Erfolg des Projekts. "Wir bauen eben nicht nur ein Haus", sagt Imam Sanci, "es entsteht auch ein Herz und eine Seele." Rabbiner Nachama ergänzte: "Und wir bauen das Haus, um ein Zeichen zu setzen." Wie notwendig dies ist, beschreibt Pfarrer Hohberg: "Ich glaube der interreligiöse Dialog ist wahnsinnig wichtig, weil es ohne Religionsfrieden keinen Stadt- und keinen gesellschaftlichen Frieden geben wird."

 

 

Beigaben aus drei Religionen in Grundsteinkapsel

 

Im Rahmen der Zeremonie wurden in eine kupferne Kapsel neben anderen Gegenständen ein jüdisches Gebetsbuch, ein Stück Tuch von der Kaaba in Mekka, eine Miniatur des Nagelkreuzes von Coventry, einem Friedenssymbol, sowie eine Kopie der Urkunde, in der im Jahr 1237 der Propst der damaligen Petrikirche als erster Bürger Berlins genannt wird, gelegt. Auch der Architekturentwurf sowie Wünsche und Botschaften von Menschen aus aller Welt wurden beigelegt. Die Kapsel ist anschließend im Grundstein eingemauert worden. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von Sängern des Knabenchors des Staats- und Domchors Berlin.

 

Die Baukosten für das House of One belaufen sich auf 47,3 Millionen Euro. Aus öffentlichen Zuwendungen durch Bund und Land, insgesamt 30 Millionen, sowie durch private Spenden aus über 60 Ländern bislang 40 Millionen Euro zusammengekommen.

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