Freitag, 15. März 2019

Kardinal und Imam für Frieden in Zentralafrika

Katholischer, muslimischer und protestantischer Religionsführer aus Krisenstaat ZAR bemühen sich in Berlin um Unterstützung ihrer gemeinsamen Friedensarbeit

 

Die geistlichen Führer der Zentralafrikanischen Republik setzen sich seit Jahren in beispielloser Weise und über jede religiöse Grenze hinweg für Frieden in dem von bewaffneten Kämpfen erschütterten Land ein. „Die von uns gegründete interreligiöse Plattform in Zentralafrika bringt die drei großen Religionen - Muslime, Protestanten und Katholiken - in diesem gefährlichen politischen Klima zusammen“, hat Kardinal Dieudonné Nzapalainga, Projektbotschafter der Stiftung House of One, in Berlin gesagt. „Der Konflikt in unserem Land ist kein religiöser, sondern ein militärischer und politischer.“

                                                                                                            

Der Kardinal ist in Begleitung seiner Mitstreiter, dem Imam Layama Kobine und Pasteur Philippe Sing-Na in die deutsche Hauptstadt gekommen, wo sie mit Politikern und anderen Nichtregierungsorganisationen (u.a. Missio Aachen, Misereor, ELM, Inovarca sowie dem Erzbistum Köln) zusammengekommen sind, um sich um weitere Unterstützung der Friedensbemühungen in dem zentralafrikanischen Land zu bemühen. Das herausragende Engagement der Geistlichen, die ohne Rücksicht auf Risiken für ihr eigenes Leben sich für Frieden einsetzen, wurde bereits mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

 

„House of Peace“ für Bangui

 

Unterstützt vom House of One plant die Interreligiöse Plattform zudem die Errichtung eines „House of Peace“ in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui als Zeichen des toleranten Miteinanders der Religionen und als Ort der Friedenserziehung. Aus diesem Anlass haben sich parallel zu dem Treffen der Geistlichen auch Johannes Kuehn (Bauhaus Universität Weimer und Architekt des House of One), Professor Komlan Dela Gake (Universität EAMAU in Lomé/Togo) und Gabriel Ngouamidou (Architekt der Friedensplattform) ebenfalls in Berlin getroffen, um die vereinbarte Kooperation der Architekturfakultäten Weimar und Lomé für dieses Projekt zu vertiefen. Bereits in zwei Wochen, also Anfang April, werden deutsche und afrikanische Studenten mit der Erarbeitung von Entwürfen für das House of Peace in Bangui beginnen.

 

Die Zentralafrikanische Republik, ein Land im Herzen des afrikanischen Kontinents, kann viele Negativrekorde verzeichnen. Wer hier geboren ist, hat die niedrigste Lebenserwartung weltweit, nur wenige Einwohner verfügen über ausreichend Essen und die Säuglingssterblichkeit ist mit die höchste auf dem Globus. Fast sechs Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs, in der Milizen der christlichen Bevölkerungsmehrheit denen der muslimischen Minderheit gegenüberstehen, hat Unicef Ende 2018 vor einer weiteren Zuspitzung der humanitären Krise im Land gewarnt.

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