Dienstag, 10. September 2019

Mendelssohn Medaille für Rabbiner Nachama

Rabbiner Andreas Nachama ist für sein unermüdliches Engagement für die interreligiöse Verständigung mit der Moses Mendelssohn Medaille am 9. September in Berlin ausgezeichnet worden. „Lieber Andreas Nachama, Sie überzeugen wie Mendelssohn mit Tugend statt mit Agitation. Sie sind ein wahrer Lehrmeister der Toleranz“, sagte Staatsministerin Monika Grütters in der Laudatio am in der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin. Nachama stehe als Mensch für Nachdenklichkeit und Besonnenheit. Unaufgeregt und nicht alarmistisch setze er siche gegen Antisemitismus wie auch Rassismus ein, hob Grütters hervor.

 

Für Norbert Lammert, Vorsitzender Konrad-Adenauer-Stiftung, steht Andreas Nachama für die Haltung, für die bereits Mendelssohn stand: „Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun – das ist die Bestimmung des Menschen.“ Auch deshalb sei es, sagte Lammert, der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Ehre, gemeinsam mit der Moses Mendelssohn Stiftung die Verleihung des renommierten Preises in diesem Jahr auszurichten.

 

Seit 2015 ist Andreas Nachama - Seite an Seite mit Pfarrer Greogor Hohberg und Imam Kadir Sanci - für das interreligiöse Friedensprojekt House of One engagiert. Der Rabbiner, 1951 als Sohn von Holocaust-Überlebenden in Berlin geboren, leitet zudem leitet zudem die Stiftung Topographie des Terrors. Ein Ort, der über die Täter des Nationalsozialismus informiert. "Nicht nur als Historiker und Gemeindevorsitzender, sondern auch als Ausstellungsmacher hat sich Nachama einen Namen weit über die Berliner Stadtgrenzen hinaus gemacht", sagte Julius H. Schoeps, Vorstandsvorsitzender der Moses Mendelssohn Stiftung. "Er ist jemand, der nicht nur visionäre Zukunftsprojekte mitgestaltet, wie etwa das House of One, sondern seit Jahrzehnten auch mit beiden Beinen fest im interreligiösen Dialog steht."

 

Die Moses Mendelssohn Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne des Philosophen für Toleranz und Völkerverständigung engagieren. Sie wird von der Moses Mendelssohn Stiftung und - dieses Jahr zum ersten Mal - gemeinsam mit der Konrad Adenauer Stiftung verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa Ignatz Bubis, früher Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Dirigent Daniel Barenboim.