Sonntag, 19. Juli 2020

Zerstörung von Heiligtümern

Die Nachrichten beunruhigen. Immer wieder kommt es zu Beschädigungen, zur Schändung oder gar Zerstörung von Heiligtümern. Die Brandstiftung in der Kathedrale von Nantes vor wenigen Tagen, die Beschädigung eines jesidischen Heiligtums in Irak durch Bomben, Anschläge auf Synagogen, Kirchen und Moscheen auch in Deutschland

 

"Jeder Angriff auf Gotteshäuser und auf betende Menschen ist schändlich und wird von uns allen beklagt", sagt Rabbiner Andreas Nachama in dem Gespräch mit  Bischof Illia Osefashvili, Botschafter des House of One in Georgien, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Osman Örs über den "Schutz von Heiligtümern". Wo ist Gott?, mag mancher in einem solchen Fall von Aggression und Vandalismus fragen. "Ich frage: Wo ist der Mensch?", sagt Nachama.

 

Bischof Illia Osefashvili weiß aus eigener Erfahrung zu berichten. Seine Gemeinde in Tblissi war zweimal von Zerstörung und Brandstiftung betroffen. "Ich fühlte mich gedemütigt, als ob jemand in meinen Privatbereich eingefdrungen wäre", sagt Osefashvili.

 

 

 

 

Dem House of One ist das Thema sozusagen in die Fundamente geschrieben. Die Petrikirche, auf deren Fundamenten das Drei-Religionen-Haus in Berlins Mitte gebaut wird, wurde ebenfalls zerstört. In diesem Fall war der Staat der Täter. Die DDR-Führung hat das im Krieg beschädigte Sakralgebäude 1964 zu Gunsten der Errichtung einer modernen, sozialistischen Hauptstadt sprengen lassen. "Auch darum wollen wir uns besonders für ein gutes Miteinander einsetzen und dass Menschen in Ruhe ihrem Glauben nachgehen können", sagt Pfarrer Gregor Hohberg.

 

 

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