Freitag, 2. August 2019

Drei Religionen – Gemeinsam gegen Antisemitismus

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Berlin, 02.08.2019

Pressemitteilung

 

Drei Religionen – Gemeinsam gegen Antisemitismus

Imam Kadir Sanci: „Wir stehen an der Seite von Rabbiner Teichtal.“

Mit tiefem Entsetzen haben die Geistlichen des House of One die Nachricht vom Übergriff auf Rabbiner Yehuda Teichtal aufgenommen. „Dieser Vorfall, dass ein Rabbiner am hellichten Tag, mitten in Berlin auf offener Straße nach dem Gottesdienst angegriffen wird, ist erschreckend und furchtbar“, sagte Imam Kadir Sanci, Präsidiumsmitglied des House of One, dem auch Rabbiner Andreas Nachama und Pfarrer Gregor Hohberg angehören. Rabbiner Teichtal war am vergangenen Wochenende nach Verlassen der Synagoge in Berlin Wilmersdorf in Anwesenheit seines Kindes angegriffen und bespuckt worden.

„Juden und das Judentum gehören zu Deutschland – es ist beängstigend, dass es offenbar noch immer Menschen gibt, die diese Selbstverständlichkeit nicht akzeptieren wollen“, so Imam Sanci. Alle friedliebenden Menschen seien angesichts einer zunehmenden Verrohung der Sprache, die längst nicht nur in sozialen Netzwerken fortschreitet, und sich häufenden Angriffen auf Kinder, Frauen und Männer aufgerufen, ihre Stimme zu erheben und einzugreifen.

In einem Brief an Rabbiner Teichtal haben die drei Geistlichen des House of One ihre Anteilnahme persönlich Ausdruck verliehen. Solidarität ist das Gebot der Stunde und auch die Botschaft an die gesamte Gesellschaft. „Wir, das Präsidium des House of One, wollen dazu beitragen, indem wir zu dritt  - als Rabbiner, Pfarrer und Imam  - auftreten und Geschlossenheit zeigen“, sagte Rabbiner Andreas Nachama. „Religiöse Toleranz ist für jedes Land in Europa und in der Welt eine wichtige Voraussetzung. Wo sie nicht herrscht, möchte ich nicht leben. Das sage ich ganz deutlich.“ Aus solchen Vorfällen aber zu konstruieren, Deutschland als Ganzes sei nicht tolerant, gehe an der Realität vorbei, „denn die Täter sind wenige.“

Für weitere Informationen oder Interviewwünsche wenden Sie sich bitte

Kerstin Krupp, Pressesprecherin, unter (030) 24 75 95 53.

 

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