Dienstag, 12. März 2019

Kardinal und Imam werben für interreligiöses Friedensprojekt in Zentralafrika

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Katholischer, muslimischer und protestantischer Religionsführer aus Krisenstaat ZAR bemühen sich in Berlin um Unterstützung ihrer gemeinsamen Friedensarbeit

 

Die geistlichen Führer der Zentralafrikanischen Republik setzen sich seit Jahren in beispielloser Weise über jede religiöse Grenze hinweg für Frieden in dem von bewaffneten Kämpfen erschütterten Land ein. „Die von uns gegründete interreligiöse Plattform in Zentralafrika bringt die drei großen Religionen - Muslime, Protestanten und Katholiken - in diesem gefährlichen politischen Klima zusammen“, hat Kardinal Dieudonné Nzapalainga, auch Projektbotschafter der Stiftung House of One, vor seiner Abreise nach Berlin gesagt, wo er an diesem Dienstagabend ankommen wird. „Der Konflikt in unserem Land ist kein religiöser, sondern ein militärischer und politischer.“

                                                                                                            

Der Kardinal reist in Begleitung seiner Mitstreiter, dem Imam Layama Kobine und Pasteur Philippe Sing-Na von Mittwoch bis Samstag (13. bis 15. März) in die deutsche Hauptstadt, wo sie mit Politikern und anderen Nichtregierungsorganisationen (Missio, Misereor, ELM, Inovarca u.a. sowie dem Erzbistum Köln) zusammenkommen werden, um sich um weitere Unterstützung der Friedensbemühungen in dem zentralafrikanischen Land zu bemühen. Das herausragende Engagement der Geistlichen, die ohne Rücksicht auf Risiken für ihr eigenes Leben sich für Frieden einsetzen, wurde bereits mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

 

Termine: Die interreligiöse Delegation wird zu Gesprächen im Auswärtigen Amt und im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit erwartet (Mittwoch 13. März), erzählen während eines Parlamentarischen Frühstücks von ihrer Friedensarbeit und treffen während eines Empfangs auf Einladung des House of One mit Akteuren aus Politik und Gesellschaft (beide Termine am Donnerstag, 14. März) zusammen.

 

„House of Peace“ für Bangui

 

Unterstützt vom House of One plant die Interreligiöse Plattform zudem die Errichtung eines „House of Peace“ in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui als Zeichen des toleranten Miteinanders der Religionen und als Ort der Friedenserziehung. Aus diesem Anlass treffen Johannes Kuehn (Bauhaus Universität Weimer und Architekt des House of One), Professor Komlan Dela Gake (Universität EAMAU in Lomé/Togo) und Gabriel Ngouamidou (Architekt der Friedensplattform) ebenfalls in Berlin zusammen um die vereinbarte Kooperation der Architekturfakultäten Weimar und Lomé für dieses Projekt zu vertiefen. So ist zum Beispiel geplant, dass die deutschen und afrikanischen Studenten gemeinsam Entwürfe für das House of Peace erarbeiten werden.

Für Interviewwünsche, weitere Informationen und auch wenn Sie am Empfang oder am Parlamentarischen Frühstück teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an Kerstin Krupp unter kerstin.krupp@house-of-one.org oder mobil unter 0170 24 75 955.

 

Zum Hintergrund:

Die Zentralafrikanische Republik, ein Land im Herzen des afrikanischen Kontinents, kann viele Negativrekorde verzeichnen. Wer hier geboren ist, hat die niedrigste Lebenserwartung weltweit, nur wenige Einwohner verfügen über ausreichend Essen und die Säuglingssterblichkeit ist mit die höchste auf dem Globus. Fast sechs Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs, in der Milizen der christlichen Bevölkerungsmehrheit denen der muslimischen Minderheit gegenüberstehen, hat Unicef Ende 2018 vor einer weiteren Zuspitzung der humanitären Krise im Land gewarnt.

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