Freitag, 25. September 2020

Plan für neue Mühlendammbrücke überdimensioniert

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House of One und Archäologisches Haus setzen sich für kleineren Neubau der Brücke ein / Neugestaltung des Petriplatzes als historische Mitte Berlins

„Im Grunde ist die Neugestaltung der Mühlendammbrücke eine Chance und eine sehr reizvolle Aufgabe, bei der Verkehrspolitik und Stadtentwicklung zukunftsorien-tiert zusammenzudenken sind“, sagte Roland Stolte von der Stiftung House of One – Bet- und Lehrhaus. Diese Chance haben Verkehrs- und Umweltsenat mit ihrem vorgelegten Plan für den Neubau der achtspurigen Verkehrsachse, welche die historische Mitte Berlins durchschneidet, nicht aufgegriffen. „Die Pläne sind überdi-mensioniert.“ Im Sinne eines nachhaltigen Verkehrskonzepts und einer lebenswerten Innenstadt sei eine bescheidener bemessene Brücke geboten, so Stolte weiter.

Gemeinsam mit dem Archäologischen Haus und dessen künftigem Nutzer, dem Landesarchäologen Matthias Wemhoff, hat sich das House of One schriftlich an Verkehrssenatorin Regine Günther und an Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel gewandt. „Unsere gemeinsame Bitte zielt auf die Überarbeitung der Auslobungsunterlagen für den Wettbewerb, die der Rückgewinnung städtischer Räume in der historischen Mitte Vorrang einräumt und die Ziele der ohnehin not-wendigen Verkehrswende einbezieht“, sagte Wemhoff, der auch das Museum für Früh- und Vorgeschichte leitet. Das Archäologische Haus wird neben dem künftigen Mehrreligionenhaus auf dem Petriplatz gebaut.

Als mittelalterlicher Gründungsort Berlins erhält der Petriplatz gerade durch die Errichtung des House of One und des Archäologischen Hauses mit großer Sorgfalt seinen Charakter als Stadtplatz wieder. Seit dem Abriss der Petrikirche im Jahr 1964 und der folgenden städtebaulichen Umgestaltung war der Platz als einstiges Zentrum von Cölln nicht mehr zu erkennen. Aktuell rauscht der Verkehr als Teil der B1 unter erheblichem Lärm und hohen Abgasmengen vorbei. Sollte die Senatsplanung in ihrer jetzigen Form am 2. November Grundlage der Ausschreibung werden, werde eine große Chance verspielt, mutig und mit architektonischem Anspruch langfristige Entwicklungen jetzt in Angriff zu nehmen, warnt Stolte.

Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere
Pressesprecherin Kerstin Krupp unter der Telefonnummer (030) 21 30018-50 oder per Mail an press@house-of-one.org.

 

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