Montag, 11. Oktober 2021 - 11:00 bis Sonntag, 14. November 2021 - 18:00

"Adam wo bist du?": Kunstinstallation in der Parochialkirche

Anlässlich des Festjahres #2021 Jüdisches Leben in Deutschland ist das House of One Kooperationspartner in der Vermittlung der Installation "Adam, wo bist du?" von Künstlerin Ilana Lewitan.

Wann? 11. Oktober bis 14. November 2021, täglich von 11 bis 18 Uhr

Wo? Parochialkirche, Klosterstraße 67 in 10179 Berlin-Mitte

 

 

Das Ausstellungskonzept

 

"Stellen Sie sich vor, Jesus hätte 1938 während der NS-Zeit gelebt. Was wäre mit ihm geschehen?" mit dieser fiktiven Frage lädt die Künstlerin uns im Rahmen des Festjahres zu einer Reise durch ihre raumgreifende Installation in die Parochialkirche ein. Was bedeutet selbstgewählte Identität? Und welche Identität wird jemandem von außen zugewiesen? Mit diesen Fragestellungen weist die Künstlerin auf Gemeinsamkeiten und Bruchstellen zwischen Vertrautem und Fremdem, zwischen In- und Ausländer*innen, zwischen Migrant*innen und Einheimischen, zwischen Privilegierten und Benachteiligten hin.

In ihrer zehn Stationen umfassenden Installation verknüpft die Künstlerin Vergangenheit und Gegenwart und stellt das Thema der Identität in den Kontext einer zeitgemäßen und zukunftsgewandten Erinnerungskultur. Adam, wo bist du? ist ein Experiment, bei dem Besucher*nnen sich neu erfahren können.

Die Kunstinstallation war zuletzt im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München zu sehen.

 

"Menschen wurden und werden aufgrund ihrer Identität vertrieben, verbannt, vernichtet. Mir geht es bei dieser Ausstellung um existenzielle Fragen: Bin ich frei, meine Identität selbst zu bestimmen, oder wird sie mir auferlegt? Verhalten sich Menschen solidarisch, wenn jemand ausgegrenzt und verfolgt wird? Wer zeigt Zivilcourage, wenn Grundrechte verletzt werden? Diese Themen sind für mich als Tochter von ShoahÜberlebenden und als Künstlerin von zentraler Bedeutung. Menschen, ebenso wie die Kunst, haben ein Recht auf freie Entfaltung.“

Ilana Lewitan im Gespräch mit Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber des Tagesspiegels
 

Weitere Infos zur Ausstellung der Künstlerin

 

Die Künstlerin:

 

Ilana Lewitan wurde 1961 in München geboren. Als Tochter polnischer ShoahÜberlebender
kennt sie die Zufälligkeit von selbstbestimmter und zugewiesener Identität: Im Gegensatz zu ihren Eltern hatte sie das Glück, zufällig „in der richtigen Zeit“ geboren zu sein, in der ihre jüdische Religionszugehörigkeit kein Problem oder gar eine Bedrohung darstellte. Dennoch wurde sie sich bald der Zuschreibungen von außen bewusst, umso mehr, als ihr klar wurde, dass der ans Kreuz genagelte Jesus ein Jude war, wie eng sich Christentum und Judentum aufeinander beziehen. Daraus entstand der Gedanke zu dieser Installation.

Ilana Lewitan studierte Innenarchitektur und Architektur an der TU München. Von 1988 bis 1992 arbeitete sie als Architektin und freie Illustratorin in New York, u.a. bei Richar Meier Architects & Partners und Dakota Jackson. Anschließend studierte sie bei Hans Daucher und Markus Lüpertz Malerei. Seit 1995 ist sie freischaffende Künstlerin. Seit 2012 ist sie auch als Dozentin tätig. Ilana Lewitan lebt und arbeitet in München.

 

Das Rahmenprogramm (in Planung)

 

Sonntag, 10. Oktober

17 Uhr: Eröffnung
mit Grußwort von Dr. Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages
 

Montag, 11. Oktober

19.00 Uhr: Diskussion Schwerpunkt "Kunst"
u.a. Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy (Direktorin Franz Marc Museum)
Moderation: Florian Illies (Kunsthistoriker, Journalist und Buchautor)
18.00 bis 18.45 Uhr: Führung mit der Künstlerin


Sonntag, 24. Oktober

11 Uhr: Diskussion "Drei Generationen im Dialog"
ein Gespräch u.a. mit Charlotte Knobloch und Ilana Lewitan.
Moderation: Stephan-Andreas Casdorff (Herausgeber des Tagesspiegels)


Dienstag, 2. November

19 Uhr: Diskussion Schwerpunkt "Religion"
Moderation: Evelyn Finger (DIE ZEIT)
18.00 bis 18.45 Uhr: Führung mit der Künstlerin
 

Mittwoch, 3. November

17.30 Uhr: Diskussion in der Urania Berlin
"Das Schicksal Jesu 1938 im Deutschen Reich ?"
Dr. Manfred Osten im Gespräch mit Ilana Lewitan
15.30-16.30 Uhr: Führung mit der Künstlerin


Montag, 9. November

Pädagogischer Tag zur Reichsprogromnacht
Die Künstlerin steht für Gespräche mit Schulklassen, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern zur Verfügung

 

Die Ausstellung in Berlin wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, vom Festjahr 2021 Jüdisches Leben in Deutschland, der Stiftung Berliner Sparkasse sowie dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst.

Als Kooperationspartner in der Vermittlung unterstützen die F.C. Flick Stiftung, das House of One und die Evangelische Schulstiftung in der EKBO die Ausstellung und die Veranstaltungen.

Weitere Veranstaltungen

Sonntag, 22. August 2021 - 10:00 bis 11:00

"Berlin sagt Danke" - Gottesdienst in interreligiöser Beteiligung feiert Ehrenamt

Unter dem Motto "Berlin sagt Danke" feiert der ökumenische Gottesdienst vor der Gedächtniskirche unter Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeister Michael Müller am Sonntag das ehrenamtliche Engagement in der Zeit der Pandemie.

Samstag, 11. September 2021 - 10:00 bis Sonntag, 12. September 2021 - 15:00

Tag des offenen Denkmals: Berlins Petriplatz

Für Geschichtsinteressierte und Archäologiefreunde bietet sich am Tag des offenen Denkmals noch einmal die Gelegenheit, die Vergangenheit des Petriviertels in Berlin gemeinsam mit Archäologin Claudia Melisch zu erkunden. Die Leiterin der Grabungen auf dem Petriplatz weiß wie kein anderer über die historische Bedeutung des Bauorts des House of One zu berichten.

Samstag, 11. September 2021 - 17:00 bis 18:00

Friedensgebet 11. September: 20 Jahre nach Terrorangriff auf USA

In diesem Jahr jährt sich zum 20. Mal der Anschlag vom 11. September auf die Twin Towers in New York. Seit vielen Jahren ruft das House of One an diesem Tag zum gemeinsamen Friedensgebet auf. Auch in diesem Jahr lädt das House of One zum gemeinsamen Gedenken ein.

 

Sehen Sie hier die Liveübertragung des Friedensgebet: