Ein Gottesdienst im Zeichen des jüdischen-christlichen Austauschs

Israel, Antisemitismus, antisemitisch, jüdisch, christlich, Juden, Judentum, Christen, Christentum, Marienkirche, Gemeinde, Anschlag, interreligiös, Mehrreligionen, Gottesdienst,
Der lange Weg vom antisemitischen "Judensonntag" zum "Israelsonntag"

Die evangelischen Kirchen feiern am "Israelsonntag" jedes Jahr den jüdisch-christlichen Dialog. Kantorin Esther Hirsch von der Synagogengemeinde Sukkat Schalom und Pfarrerin Corinna Zisselsberger von der St. Petri - St. Mariengemeinde in Berlin - zwei von drei Gründungsgemeinden des House of One - gestalten gemeinsam diesen besonderen Gottesdienst in der Marienkirche auf dem Berliner Alexanderplatz. Musikalisch begleiten den Gottesdienst der Geiger Jörg-Michael Krah sowie Organist Jonas Sandmeier. Bitte beachten Sie die Hygiene- und Sicherheitsregeln vor Ort.

Am "Israelsonntag" steht der Dialog und der Austausch zwischen den beiden eng verwobenen Religionen im Fokus. Noch heute kennt die deutsche und andere Gesellschaften Antisemitismus. Jüdinnen und Juden begegnen immer wieder Vorurteilen und werden in abenteuerlichen Verschwörungsmythen als gefährliche Feindbilder überzeichnet. Welche Ausmaße dieser Hass mitunter erreichen kann, haben zuletzt der Anschlag in Halle im Oktober 2019, Angriffe auf Rabbiner in Berlin und München als auch antisemitisch gefärbte Hate Speech im digitalen Raum gezeigt.

 

Dabei geriet im christlichen Kontext mitunter aus dem Blick, dass Jesus von Nazareth selbst die Nähe der beiden Religionen verkörpert. Wie seine Wegbegleiter war Jesus Jude. So wird am "Israelsonntag" auch thematisiert, dass sich das Christentum mit den über die Jahrhunderte währenden Abwertungen, Missionierungen und Stereotypisierung von Jüdinnen und Juden nicht zuletzt am Holocaust mit schuldig gemacht hat.

 

Noch im 16. Jahrhundert wurde der Tag als "Judensonntag" begangen, an dem die Zerstörung des jüdischen Tempels als Strafe Gottes an den Juden gefeiert wurde. Im 19. Jahrhundert behielt der Tag, nun unter dem Namen "Judenmission", weiter eine anti-jüdische Konnotation.

 

Statt diesen Tag abzuschaffen wurde er umgedeutet und wird heute als Tag der Begegnung und des Kennenlernens begangen. Neugier an der Begegnung und dem Austausch zwischen Juden und Christen soll gefördert, Gemeinsamkeiten aufgezeigt und ein gegenseitiges Verständnis und Interesse geschaffen werden. An diese Idee des Dialogs knüpfen heute auch mehrere christliche Organisationen, wie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit oder die Aktion Sühnezeichen an.

 

Weitere Veranstaltungen

Samstag, 12. September 2020 - 2:15

Nur Licht vertreibt Dunkelheit

Licht - das ist das Thema der diesjährigen Langen Nacht der Religionen, die dieses Jahr nur virtuell stattfindet. Das House of One beleuchtet das Thema aus drei religiösen Perspektiven.

Donnerstag, 24. September 2020 - 11:00 bis Dienstag, 6. Oktober 2020 - 19:00

Religionen bauen für den Frieden

Architekturausstellung in Berlin: In Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, soll ein "Haus des Friedens und der Religionen" entstehen - ein visionäres Projekt für ein vom Krieg zerrissenes Land. Studierende der Architekturfakultäten in Lomé/Togo und Weimar/Deutschland haben sich dem komplexen und komplizierten Thema gewidmet. Ihre Arbeiten werden erstmals in einer gemeinsamen Schau in Berlin gezeigt.

 

Die Ausstellung ist vom 24. September bis 6. Oktober 2020 täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Parochialkirche
Samstag, 12. September 2020 - 15:45 bis Sonntag, 13. September 2020 - 15:45

Tag des offenen Denkmals

Anlässlich des  diesjährigen Tags des offenen Denkmals lädt das House of One wieder gemeinsam mit der Archäologin Claudia Melisch am Samstag den 12. September und Sonntag den 13. September 2020 zu archäologischen Führungen auf dem historischen Petriplatz ein, auf dessen Gelände das House of One entsteht.