Friedensgebet für Hanau: Den Opfern Namen geben

Hanau Rassismus #saytheirnames

Das House of One hat Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen und Konfessionen am Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau zum gemeinsamen Gedenken und Gebet für die neun ermordeten Menschen in Kooperation mit dem Berliner Forum der Religionen eingeladen. Coronabedingt wird das Gebet als Videokonferenz stattfinden und gestreamt.

„Die Opfer sind nicht neun Menschen, es sind Hunderte. Die Familie, die Freunde, die Großeltern. Wir leben noch, aber wie? Wir sind lebendige Leichen“, sagte Emiş Gürbüz, die Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz, in einem Interview.

Die Getöteten waren in Hanau Zuhause, viele dort geboren. Sie hatten deutsche, kurdische, türkische, afghanische, bosnische, bulgarische, rumänische oder Romni-Wurzeln in ihren Familien. Sie waren christlich, muslimisch oder vielleicht ohne Religion.

Wir wollen an diese jungen Menschen erinnern, die vor einem Jahr am 19. Februar 2020 in Hanau ihr Leben verloren, und mit ihnen auch an die, die verletzt wurden sowie an die Freunde und Angehörigen, deren Leben nie wieder so sein wird wie vor dem Anschlag

"Neun Menschen sind vor einem Jahr gestorben und wir verstehen nicht, warum", sagt Kadir Sanci, Imam und Stiftungsratsvorsitzender des House of One. "Was wir aber verstehen ist, dass Hass, Rassismus, Vorurteile den Weg zu solchen Gewalttaten bereiten."

Pfarrer Gregor Hohberg, Präsidum des House of One, ergänzt: „Wir – Menschen unterschiedlichen Glaubens beten Seite an Seite, denn alle Menschen, unabhängig von dem, was sie glauben, sind Teil einer Menschheitsfamilie."

 

#SaytheirNames

 

 

 

 

 

 

An dem Friedensgebet wirken mit:

Rabbiner Andreas Nachama (House of One)
Pfarrer Gregor Hohberg (House of One)
Imam Kadir Sanci (House of One)
Bischof Christian Stäblein (Evangelische Landeskirche EKBO)
Bischof Emanuel von Christoupolis (Griechisch-Orthodoxe Metropolie)
Dompropst Tobias Przytarski (Erzbistum Berlin)
Bernd Streich (Erzbistum Berlin)
Imam Abdallah Hajjir (Haus der Weisheit)
Reverend Christopher Jage-Bowler (St. George’s Anglican Episcopal Church)
Imam Taha Sabri (Dar-as-Salam Moschee)
Merfin Demir (Empowerment junger Sinti:zze und Rom:nja)
Iman Andrea Reimann (Deutsches Muslimisches Zentrum Berlin e.V.)
Imam Said A. Arif (Khadija Moschee)
Ranjit Kaur (Sikh-Gemeinde)
Christiane Uekermann (Bodhicharya, Buddhismus)
Haladhara Thaler (Hinduismus)
Peter Amsler (Baha'i)
Michael Bäumer (Berliner Forum der Religionen und Buddhist)

Weitere Veranstaltungen

Sonntag, 21. August 2022 - 10:30

Gottesdienste am Israelsonntag - Begegnungen im interreligiösen Dialog

„Denkt nicht, ich sei gekommen, die Tora und die prophetischen Schriften außer Kraft zu setzen! Ich bin nicht gekommen, sie außer Kraft zu setzen, sondern sie zu erfüllen.“

Das sagt Jesus in der Bergpredigt. Was bedeuten seine Worte für das Verhältnis des Christentums zum Judentum, insbesondere mit dem Blick auf noch immer präsente antijudaistische Haltungen und Vorurteile in der christlichen Kirche?

Darüber denken wir am Israelsonntag nach. Das House of One ist zu diesem Anlass an zwei Gottesdiensten in Berlin-Mitte beteiligt, die jeweils um 10.30 Uhr beginnen:

St. Marienkirche
Dienstag, 2. August 2022 - 19:00

Das House of One - gute Nachbarschaft oder religiöser Brei?

Das House of One näher kennen lernen, Fragen und Wünsche teilen und mögliche Schwierigkeiten diskutieren - dazu lädt Pfarrer Gregor Hohberg an zwei Tagen in den Gemeinderaum von Zell am See in Österreich ein.

Dienstag, 5. Juli 2022 - 18:30

Rabbiner, Pfarrer und Imam über "Gottes Bund. Isaac, Ismael, Jesus und ???"

Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci laden zu ihrem monatlichen Lesesalon des House of One ein.

Das Thema des aktuellen Abends ist "Gottes Bund", die Bündnisse zwischen Gott und verschiedenen Menschen in den abrahamitischen Religionen.

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