Thursday, May 20, 2021

Friedensgebet für Nahost

Rabbiner Andreas Nachama, Imam Kadir Sanci und Gregor Hohberg beten gemeinsam für Frieden in Nahost

Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci beten für den Frieden im Nahen Osten, für Menschlichkeit und Zusammenhalt in Berlin, in Jerusalem und in der gesamten Welt. Es sind vor allem unschuldige Menschen, die auf beiden Seiten leiden. Ihnen gelten unsere Gebete und Solidarität.

 

 

 

"Wir weinen mit den Familien aller Opfer"

 

Antisemitische Beschimpfungen und Schändung von Denkmälern sind dieser Tage in Deutschland zu beklagen. "Ein Schatten ist auf jüdisches Leben in Deutschland gefallen", sagt Rabbiner Andreas Nachama vom House of One. Doch so wenig der Terror, der den Islam für die Legitimation seiner Taten heranziehe, dazu führen dürfe, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt würden, so wenig sollten jüdische Menschen zu Stellvertretern eines Staates gemacht werden, der im Rahmen der Meinungsfreiheit kritisiert werden könne. "Wir weinen mit den Familien aller Opfer, die leiden oder ihr Leben lassen mussten, weil es Politikern auf allen Seiten nicht möglich ist, Frieden zu erhalten und zu festigen", sagte Nachama im Rahmen des Friedensgebets für Nahost, für das er sich mit Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci, ebenfalls House of One, in einer Videokonferenz traf.

Pfarrer Gregor Hohberg: "Es ist jede Mühe wert miteinander zu reden, sich zu verständigen, damit Hass und Gewalt verschwinden und Menschen nicht mehr zu Opfern werden. Es ist wichtig, dass wir aus unterschiedlichen Religionen kommend Seite an Seite für alle Menschen, die leiden beten. Jeder Mensch ist gleich würdig vor Gott. Und nur im Miteinander von Unterschiedlichen werden die Menschen im Nahen Osten oder in Deutschland in Frieden leben können."

"Diese Worte erinnern uns, wie wichtig unsere Arbeit ist: Ein Friedensengagement, welches von jüdischen, christlichen und muslimischen Frauen und Männern ausgeht und alle anderen mit einbezieht", sagt Imam Sanci. "Wir beten gemeinsam, denn wir sind gleichermaßen besorgt und betroffen. Das Grauen strahlt in die ganze Welt. Es ist Zeit, Solidarität zu zeigen. Schweigen können wir uns nicht leisten." Die einen sprechen von jüdischen, die anderen von palästinensischen Opfern. Imam Sanci sagt: "Die Opfer des Konflikts sind Menschen."