Montag, 27. Januar 2020

Frauen in den Religionen

Frauen in den Religionen. Ein Workshop des House of One. Jüdinnen, Musliminnen, Christinnen
Frauen in den Religionen. Ein Workshop des House of One.
Frauen in den Religionen. Ein Workshop des House of One.
Frauen in den Religionen. Ein Workshop des House of One.
Kübra Dalkilic, Corinna Zisselsberger, Esther Hirsch - Frauen in den Religionen. Ein Workshop des House of One.

Drei Religionen, drei Orte, drei Tage – und die Frau im Zentrum. Im Rahmen unseres ausgebuchten Workshops "Frauen in den Religionen" ist durch die vielen Fragen und belebten Diskussion spürbar geworden, wie sehr das Thema Gläubige und Nicht-Gläubige bewegt. Wir stehen am Anfang eines Prozesses innerhalb der einzelnen Religionen, der die Frauen - und natürlich auch die Männer - sicher noch lange begleiten wird.

 

Konservatives Frauenbild im Judentum

 

Bereits der Blick in die Unterschiede innerhalb der Religionen, zeigt, wie divers die den Frauen zugeschriebene Rolle ist. Rabbinerin Ulrike Offenberg bringt die Unterschiede im Judentum auf den Punkt: Es ist nicht die eigentliche Theologie oder die Gebetstexte und schon gar nicht das Gottesbild, das die liberale jüdische Glaubenswelt von der orthodoxen trennt. Die Sitzordnung in den Synagogen zieht die Linie. Frauen sitzen nicht im Zentrum des sakralen Raumes, sondern versteckt auf abseitigen Plätzen. Ob auf Balkonen, hinter Stellwänden oder im Hintergrund des Raumes – die Platzierung der Frauen zeigt, dass sie nicht gleichberechtigt teilhaben sollen. Das Judentum zeigt sich weit entfernt von der sonstigen gesellschaftlichen Realität der Frauen. Die konservative Minderheit im Judentum prägt das Bild. Dabei sind rund achtzig Prozent der Juden nicht religiös praktizierend, teilen also das Frauenbild dieser Minderheit nicht.

 

Jihad - der Kampf muslimischer Feministinnen

 

Jihad – das ist in diesem Fall nicht der heilige Krieg mit Waffen. Mit diesem Wort bezeichnen islamische Feministinnen ihr Engagement für eine Gleichberechtigung. Das arabische Wort bedeutet: „Bemühung“ oder „Anstrengung“. Die weiblichen Jihadis wollen die einst sehr positiven Rollenbilder islamischer Frauen publik machen, die weit in die islamische Geschichte zurückgreifen. So waren Hatice und Ayse, Ehefrauen des Propheten Mohammed, bedeutende Persönlichkeiten in der Gesellschaft, fungierten als Geschäftsfrau und Politikerin. Die Leitidee des feministischen Engagements  ist das „Prinzip der Gerechtigkeit Gottes“: Gerechtigkeit gibt es nicht nur vor Gott, sondern auch auf der Erde.

 

Frauenordination in christlichen Kirchen

 

Im christlichen Glauben trennt sich die Welt der Katholiken und Protestanten beim Thema Frauenordination. Während es in der katholischen Welt Frauen nicht erlaubt ist, ein Amt zu bekleiden, ist es bei den Protestanten längst Realtität. Allerdings gibt es auch Gegenbewegungen. So hat die lettische lutherische Kirche 2016 nach fast 50 Jahren die Frauenordination wieder verboten.

 

Frauen in religiösen Ämtern, die Frage der Geschlechter in der Auslegung der Schriften und wie unterschiedlich  Gebete klingen können, das waren Fragen und Erfahrungen aus dem 3- tägigen Gender Workshop des House of One. Die Gebetsvielfalt ist unermesslich groß. Nicht nur ein sakrale Raum eröffnet neue Welten und Erfahrungen, sondern auch wessen Stimme dort mit den jeweils heiligen Texten zu hören ist.