250 Jahre liberales Judentum

Wenn das siebte Chanukkalicht angezündet ist, stellen Rabbiner Walter Homolka und Hartmut Bomhoff ihr Buch "Modern aus Tradition. 250 Jahre liberales Judentum" in der Synagoge Sukkat Schalom vor. Teilnahme via Zoom und Präsenz möglich.

Synagoge Sukkat Schalom
Herbartstraße 26
14057 Berlin
Deutschland

In diesem Jahr 2021 feiern wir in Deutschland nicht nur 1.700 Jahre jüdisches Leben, sondern auch 250 Jahre liberales Judentum. Moses Mendelssohn ergriff damals die Gelegenheit, welche die Aufklärung bot. Es galt sich neu zu orientieren: Wie konnten Jüdinnen und Juden der Tradition treu bleiben und sich gleichzeitig öffnen für die Moderne?

 

Vieles ist heute möglich, was damals noch undenkbar schien: Frauen können das Rabbinat ausüben und Kantorin sein, die Trennung von Männern und Frauen in der Synagoge ist aufgehoben, eine Scheidung hängt nicht mehr vom Ausstellen eines Scheidungsbriefes durch den Mann ab, Mädchen werden Bat Mitzwa genauso wie Jungen Bar Mitzwa.

 

Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Das 19. und 20. Jahrhundert waren geprägt von dem zähen Ringen um eine jüdische Identität in dem christlichen Staat, erst dem Deutschen Bund, dann dem Deutschen Kaiserreich und schließlich der Weimarer Republik. Persönlichkeiten wie dem Kaufmann und Bankier Israel Jacobson, Rabbiner Abraham Geiger, Rabbiner Leo Baeck und die 1935 weltweit erste zur Rabbinerin ordinierte Frau, Regina Jonas, sind Wegmarken des liberalen Judentums. Von Deutschland aus hat es sich über die Jahrhunderte zur inzwischen weltweit größten jüdischen Strömung entwickelt.

Zu den Meilensteinen gehören neben der Frauenordination auch die Etablierung der Jüdischen Theologie als Studiengang an einer deutschen Universität, auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien und den Islam-Studien.

 

Anmeldung für die Lesung bitte an rinah.neubauer@sukkat-schalom.de .

Präsenz:
Wenn Sie in die Synagoge kommen möchten, melden Sie sich bitte bis zum Freitag, 3. Dezember bis 12 Uhr per Mail an. Es gilt die 2G+ -Regel (Geimpft oder genesen sowie getestet) und Maskenpflicht (FFP2 oder medizinische Maske).

Zoom:
Wenn Sie via Zoom die Lesung verfolgen möchten, schicken Sie bitte ebenfalls eine Mail. Sie erhalten im Anschluss den Zoom-Link.

 

"Modern aus Tradition: 250 Jahre liberales Judentum"
Walter Homolka / Heinz-Peter Katlewski / Hartmut Bomhoff (Hg.)
Patmos Verlag 2021, 256 Seiten, 26 Euro

Weitere Veranstaltungen

Sonntag, 21. August 2022 - 10:30

Gottesdienste am Israelsonntag - Begegnungen im interreligiösen Dialog

„Denkt nicht, ich sei gekommen, die Tora und die prophetischen Schriften außer Kraft zu setzen! Ich bin nicht gekommen, sie außer Kraft zu setzen, sondern sie zu erfüllen.“

Das sagt Jesus in der Bergpredigt. Was bedeuten seine Worte für das Verhältnis des Christentums zum Judentum, insbesondere mit dem Blick auf noch immer präsente antijudaistische Haltungen und Vorurteile in der christlichen Kirche?

Darüber denken wir am Israelsonntag nach. Das House of One ist zu diesem Anlass an zwei Gottesdiensten in Berlin-Mitte beteiligt, die jeweils um 10.30 Uhr beginnen:

St. Marienkirche
Dienstag, 2. August 2022 - 19:00

Das House of One - gute Nachbarschaft oder religiöser Brei?

Das House of One näher kennen lernen, Fragen und Wünsche teilen und mögliche Schwierigkeiten diskutieren - dazu lädt Pfarrer Gregor Hohberg an zwei Tagen in den Gemeinderaum von Zell am See in Österreich ein.

Dienstag, 5. Juli 2022 - 18:30

Rabbiner, Pfarrer und Imam über "Gottes Bund. Isaac, Ismael, Jesus und ???"

Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci laden zu ihrem monatlichen Lesesalon des House of One ein.

Das Thema des aktuellen Abends ist "Gottes Bund", die Bündnisse zwischen Gott und verschiedenen Menschen in den abrahamitischen Religionen.

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