Das zweite der drei Wallfahrtsfeste erinnert an die Zeit der Verkündung der zehn Gebote am Berg Sinai, der ersten umfassend formulierten Gesetze in der Geschichte der Menschheit. Auf der Anerkennung dieser Gebote durch die Israeliten beruht der Bund zwischen Gott und dem Volke Israel. Die Erwählung Israels, die Vorstellung von der besonderen Rolle der Juden, besteht in der Erfüllung der Einhaltung der Gebote, als ein heiliges, Gott verpflichtetes Volk zu leben, stellt also eine besondere Verpflichtung dar. In diesem Sinne ist die Formulierung „auserwähltes Volk“ zu verstehen, nicht aber bedeutet sie ein Vorrecht der Juden gegenüber anderen Menschen.