Angesichts der nach drei Jahren weiter dramatischen Lage in Nahost und deren Auswirkungen auf vor allem jüdische und muslimische Menschen auch in Deutschland will die multireligiöse Stiftung House of One die Aufmerksamkeit auf die Friedensbotschaften von Judentum, Christentum und Islam lenken.
Die Geistlichen des House of One – Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrerin
Marion Gardei und Imam Kadir Sanci – werden mit Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem
katholischen Erzbischof Heiner Koch am Mittwoch in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (07.10.2026, 18 Uhr) diesem Friedenswunsch Seite an Seite Ausdruck verleihen. Es ist der Jahrestag des Überfalls der Hamas auf Israel.
Imam Kadir Sanci betont in diesem Zusammenhang: „Unsere Religionen teilen die Botschaft des Friedens und der Nächstenliebe. Jüdische, muslimische, christliche und andere Menschen müssen sich die Hände reichen, damit das Leid ein Ende findet. Alle Menschen – unabhängig von ihrer Religion oder Weltanschauung – verdienen es, ein würdevolles Leben zu führen. Kein Opfer menschenunwürdiger Gräueltaten darf uns gleichgültig sein – weder ein israelisches noch ein palästinensisches, weder eines im Libanon noch in der Ukraine, weder eines im Iran noch in Deutschland.“
Rabbiner Andreas Nachama ergänzt die Worte seines muslimischen Freundes: „Wir trauern mit allen Opfern. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen des friedlichen Miteinanders senden. Diese Spirale der Gewalt muss gestoppt werden. Solange im Heiligen Land unserer drei Religionen, solange in der gesamten Region, von Libanon bis Gaza, von Teheran bis Tel Aviv bis Teheran, nicht Frieden herrscht, wird auch in anderen Teilen der Welt weiter Hass auf die Straßen
getragen werden, auch bei uns Deutschland, auch hier in Berlin."
Pfarrerin Marion Gardei hebt die Ereignisse am 7. Oktober selbst in ihrer Grausamkeit hervor: „Wir erinnern an die Opfer des Hamas-Überfalls in Israel: die Ermordeten, die an Leib und Seele Verletzten, die vergewaltigten Frauen und die traumatisierten Kinder wollen wir nicht vergessen. Sie mahnen uns, dafür zu beten und uns zu engagieren, dass Hass und Feindschaft überwunden werden. Wir wollen für ein friedliches und freundschaftliches Verhältnis zwischen den Kulturen und Religionen eintreten. Auch in unserer Stadt Berlin. Wir wenden uns gegen Antisemitismus, die Angriffe auf Jüdinnen und Juden. Es darf nicht sein, dass Menschen bedroht werden, weil sie anders glauben oder anders lieben. Alle Menschen sind nach Gottes Ebenbild geschaffen und deshalb Geschwister.“
Zu dem Gedenkgottesdienst am 7. Oktober in Berlin laden die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und das Erzbistum Berlin gemeinsam mit dem House of One ein. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung bis 4. Oktober möglich.