Das House of One zu Gast ...

.... zur Fußwaschung in der christlichen Kirche. Wir wollen die religiösen Traditionen der einzelnen Gründergemeinschaften kennenlernen. Am Vorabend des Gründonnerstags lädt die evangelische Gemeinde St.Marien-St.Petri zusammen mit dem Haus des Einen und der anglikanischen Gemeinde St. Georg zu einer Fußwaschung ein. Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci nehmen in liturgischer Gastfreundschaft an diesem Gottesdienst teil. 

Am Vorabend des Gründonnerstags laden wir Menschen aus allen Religionen und Kulturen ein, Gäste des alten christlichen Rituals der Fußwäsche zu sein. Jeder ist willkommen, nicht nur diejenigen, die mit uns beten wollen, sondern auch alle, die zusehen und einfach nur wahrnehmen möchten, was passiert. Wer will, kann sich auch die Füße waschen lassen.

Die Fußwäsche wurde in vielen Kirchen über die Jahrhunderte bis heute praktiziert. Unsere anglikanischen und katholischen Brüder und Schwestern erinnern am Gründonnerstag daran, dass Jesus die Füße seiner Jünger vor dem letzten Abendmahl gereinigt hatte. Sogar der Papst lebt dieses Ritual und lädt an diesem Tag zwölf Priester zur Fußwaschung. Der amtierende Papst Franziskus hat das Prozedere leicht verändert. So ging er im vergangenen Jahr in ein römisches Gefängnis, wo er die Füße von zwölf Gefangenen in seine Hände nahm. In den Jahren davor lud Flüchtlinge ein oder wusch zum ersten Mal die Füße von Frauen.

 

Eine Geste des Respekts und der Gastfreundschaft

 

Fußwaschen ist eine Geste der Gastfreundschaft, nicht der Macht oder Demütigung. In einer Welt, die weder geschlossene Lederschuhe noch täglich wechselnde Socken oder asphaltierte Straßen kannte, war das Fußwaschen ein gängiges Ritual vor dem Betreten eines Hauses. Der Gast sollte sich des Staubs der Wanderung entledigen können und mit sauberen Händen UND Füßen zur Mahlzeit erscheinen.

Die Kirche nennt die Fußwaschung das "Mandatum", das "Gebot", drückt es doch aus, was Jesus geboten hatte: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Bedient euch gegenseitig. Der Erste soll der Diener sein." Dieser Dienst ist kein symbolischer, er ist real. Die Geste des sich Beugens vor einer anderen Person soll nicht Ausdruck eines historischen Ereignisses sein, sondern ein Gebot auch für heute, eine Haltung gegenüber den Mitmenschen.

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