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Dienstag, 28. Juli 2026

Für die Opfer des Anschlags auf den Berliner CSD

Schwarze Kachel, auf der in weißer Schrift geschrieben steht: Berlin - Anschlaug auf Christopher Street Day, 25. Juli 2026

Gemeinsam gegen Hass und Gewalt – ein multireligiöses Friedensgebet 
von Imam Kadir Sanci – Pfarrerin Marion Gardei – Rabbiner Andreas Nachama

 

Mit tiefer Bestürzung und großer Trauer blicken wir auf den gewaltsamen Anschlag im Berliner Tiergarten auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Christopher Street Day. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Ermordeten, den Verletzten, ihren Familien und ihren Nächsten sowie allen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten.

Der Attentäter mordete aus islamistischen Motiven. Wir alle im House of One verurteilen diese Tat aufs Schärfste. Wer Religion als Vorwand für Mord, Hass oder Menschenfeindlichkeit missbraucht, handelt nicht im Namen Gottes, sondern stellt sich gegen die Würde des Menschen und gegen die Werte von Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden. Kein Glaube und keine Überzeugung können Gewalt gegen Menschen rechtfertigen.

Gerade jetzt braucht unsere Gesellschaft Besonnenheit, Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt. Dialog ist unverzichtbar, damit Hass nicht weitere Feindbilder hervorbringt und die Tat nicht zu neuen gesellschaftlichen Spaltungen führt. In diesem Sinne laden wir als House of One zu einem gemeinsamen Friedensgebet ein.

 

Wir beten in jüdischer Tradition:

Wir beten für die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit der Verletzten und für die Leidtragenden, die ihre geliebte Mutter und Ehefrau betrauern. Möge der Allmächtige ihnen Kraft und Ausdauer, Trost und Erbauung geben, damit sie diese schweren Zeiten mit SEINER Hilfe überstehen. Amen!

 

Wir beten in christlicher Tradition:

Du bist ein Gott, der mitleidet, wenn seine Geschöpfe leiden. 

Du willst, dass Deine Kinder in Geschwisterlichkeit miteinander leben und sich gegenseitig Liebe erweisen, jede und jeder ist Dir unendlich wertvoll. 

Du hast uns Deine Gebote geschenkt, damit alle Menschen in Freiheit ihr Leben gestalten können und auch anderen diese Freiheit zugestehen.

Lass nicht zu, dass Gewalt die Welt regiert und hilf uns zusammen zu stehen in Trauer und Leid.

Amen.

 

Wir beten in islamischer Tradition:

Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

„Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ (Q 5:32).

Wieder einmal hat ein Verbrecher einen Schaden an der gesamten Menschheit verübt, der nicht wieder gutzumachen ist. Wir sind verletzt. Unser Schmerz ist groß. Und Gott ist unsere Zuflucht vor jeglichen Schmerzen. Gott ist unsere Zuflucht vor Hilflosigkeit und Entsetzen.

O Herr, im Koran ermutigst Du uns, zu beten, uns mit unseren Gebeten an Dich zu wenden: 

„Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich gewiss nahe: Ich erhöre das Gebet des Betenden, wenn er zu Mir betet.“ (Q 2:186)

So wenden wir uns an Dich mit flehenden Worten!

„Innā lillāhi we innā ileyhi rāǧiʿūn.“  „Mit Sicherheit gehören wir Gott, und zu Ihm kehren wir zurück.“  (Q 2:156)

„Gott ist uns genug, und was für ein Sachwalter voll Gnadenfülle ist Er!“ (Q 3:173) 

Mir genügt Gott, außer dem es keine Gottheit gibt. Auf ihn vertraue ich.“

O Allmächtiger! Mache uns zu Menschen, die Unrecht verhindern, statt es weiterzutragen; die Brücken bauen, statt Mauern und Festungen zu errichten; die Frieden verbreiten, statt Hass und Gewalt zu schüren. 

Lass uns Menschen miteinander reden, statt Waffen zu schmieden! 

Lass uns füreinander da sein; einander lieben und lieben lassen; einander helfen und helfen lassen; miteinander trauern und trauern lassen; miteinander freuen und freuen lassen.

Amin!

 

Führe uns zusammen – Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen, Musliminnen und Muslimen und alle, die nach Frieden und Barmherzigkeit, nach Sinn und Gerechtigkeit suchen – in ein Haus, das offen ist für alle. 

Amen!

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