Mit einem Frühlingsfest am Berliner Petriplatz hat das House of One gleich doppelt gefeiert: Vor fünf Jahren hat die Stiftung den Grundstein für das weltweit einzigartige Projekt gelegt. Viele Gäste kamen um zu feiern und sich zu informieren. Darunter viele Menschen, die das House of One seit vielen Jahren begleiten und unterstützen wie Bundestagsvizepräsidentin a.D. Petra Pau, Baustadtrat Ephraim Gothe, der einstige Bundestagsabgeordnete Markus Meckel oder Ulrich Khuon, der jahrelang als Intendant das Deutsche Theater leitete. Beim Frühlingsfest zeigte sich einmal mehr die große Verbundenheit vieler Menschen mit dem Friedensprojekt House of One.
Fünf Jahre nach der Grundsteinlegung sind zahlreiche Gäste auf der Baustelle zusammengekommen und haben die erfolgreiche Spenden-Verdoppelungskampagne gefeiert. In drei Monaten ist es der Stiftung gelungen über 115.000 Euro einzuwerben. Knapp 88.000 Euro davon haben Bethe-Stiftung und HeLe Avus Stiftung verdoppelt.
Vor fünf Jahren wurde am Petriplatz der Grundstein für ein weltweit einzigartiges Projekt gelegt: ein Haus, in dem Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach vereint sind – verbunden durch einen gemeinsamen Begegnungsraum. Viele der Besucherinnen und Besucher begleiten das Projekt seit Jahren. Beim Frühlingsfest wurde sichtbar, wie groß die Verbundenheit mit dem House of One inzwischen ist.
Ein Höhepunkt des Tages war die Überreichung eines Schecks. In drei Monaten ist es der Stiftung House of One gelungen über 115.000 Euro an Spenden einzuwerben. Davon haben die Bethe-Stiftung und die HeLe Avus Stiftung einen Teil verdoppelt und symbolisch als Scheck in Höhe von 87.813,80 Euro überreicht. Die insgesamt über 200.000 Euro werden zur Hälfte in den Bau des Hauses sowie in die interreligiöse Bildungsarbeit der Stiftung fließen.
„Dieser fantastische Erfolg zeigt uns, dass vielen Menschen das friedliche Miteinander der verschiedenen Religionen und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sehr am Herzen liegt – anders als die Nachrichten oft vermuten lassen“, sagte Rabbiner Andreas Nachama.
Fotos: Benjamin Pritzkuleit
Auch beim Bauprojekt selbst gibt es Fortschritte. Nachdem die Baukosten zwischenzeitlich deutlich gestiegen waren, ließ die Stiftung die Planung im vergangenen Jahr überarbeiten und vereinfachen. Ziel bleibt es, innerhalb der von Bund und Land bewilligten rund 40 Millionen Euro zu bleiben.
Bis Mitte 2026 soll die neue Planung mit den Fördermittelgebern abgestimmt werden. Anschließend folgt die finale Ausarbeitung. Der Baubeginn ist derzeit für Anfang 2028 anvisiert, die Fertigstellung für 2030.
Gemeinsam eröffnet haben Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrerin Marion Gardei und Imam Osman Örs das Fest mit bewegenden Reden und einem gemeinsamen Friedensgebet.
Marion Gardei erinnerte daran, dass das House of One weit mehr sei als ein Gebäude ist: „In der Bibel gibt es ein schönes Bild vom Haus der lebendigen Steine, und diese Steine sind die Menschen, die sich freiwillig für das House of One engagieren.“
Großes Interesse fanden die Führungen der Archäologin Claudia Melisch zur Geschichte des Petriplatzes. Ebenfalls sehr nachgefragt war die Möglichkeit mit der Künstlerin Andrea Wallgren Friedensbotschaften auf Holztafeln zu gestalten. Die Tafeln wurden anschließend gleich am Bauzaun angebracht – die Open-Air-Friedensbibliothek des House of One wächst weiter.
Für musikalische Begleitung sorgten die Schülerband der Wilhelmstadtschulen Berlin-Spandau sowie am frühen Abend das Dresdner Ensemble Coexister.